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Die „MelanKomiker“ als Frauenflüsterer
mit Jürgen Denkewitz und Waldemar Rösler
DIESE „Frauen-Flüsterer“ kommen ganz und gar nicht auf leisen Sohlen daher, wohl aber gedanklich um so manche Ecke. Denn nachdem die Leipziger MelanKomiker Jürgen Denkewitz und Waldemar Rösler in ihren vorherigen Programmen erst ihre „Alabaster-Körper“ anpriesen und dann zur „Damenwahl“ baten, wollen sie diesmal den Mädels was flüstern… Ja, auch kleine Gemeinheiten. Oder große.
Aber immer musikalisch, mit Charme, mit verschmitztem Lächeln und irgendwie liebenswert. Und so preisen sie sich auch in ihrem neuen Programm schamlos der Weiblichkeit als solcher an, gucken und blinzeln absolut naiv in diese Welt, staunen über sich und die anderen und sind sich für keine Albernheit zu schade. Herr Rösler darf sogar ab und an sprechen!
Dabei sind die Beiden (immer noch) schön, (immer noch) musikalisch, (immer noch) tänzerisch ein Ereignis, das man schnell vergessen möchte, keine 25 mehr, aber sie sind „Jungs geblieben“, wie sie in einem der neuen Lieder trotzig behaupten.
Richtige Männer werden sie wohl nie. Aber wer will „richtige Männer“? – Doch alle wollen „Die MelanKomiker“! Und sei es als „Frauen-Flüsterer“.
LVZ am 18.09.2010 von Juliane Lochner So wie einst Robert Redford Die Melankomiker liefern in ihrem neuen Programm "Frauenflüsterer" im Revue-Theater am Palmengarten solide Unterhaltung
Im ausverkauften Palmengarten wogte am Donnerstag ausgelassene Premierenstimmung, auch wenn die namensgebende Palme schon herbstlich im Wintergarten vor sich hin kümmert. Eingeladen hatten die schon seit einigen Jahren in Leipzig bekannten Melankomiker - Jürgen Denkewitz und Waldemar Rösler. Die wichtigsten Infos lieferten sie gleich anfangs: dass sie aus Delitzsch stammen und dass es bei ihnen beiden mit der Kindheit losgegangen war, ehe sie irgendwann zu ihrer Berufung als "Frauenflüsterer" fanden. Dieser von ihnen mit viel Geschick und Erfolg ausgeführte Job gibt auch dem Abendprogramm seinen Titel. Trotz diverser Unzulänglichkeiten wie Piercings in fetten Mädchenbäuchen sehen die zwei Melankomiker die Welt eher positiv, mit dem freundlichen Blick des kleinen Mannes, der liebt und lebt getreu dem Motto: "Ich versuch schon vor dem Tod ein bissel zu leben." Wie farbenfroh das Leben aussehen kann, das tragen die zwei Männer in altbewährter Liedermachertradition vor. Wie sie dahocken mit nichts als der Klampfe in der Hand, ohne Zugeständnisse an den spektakelsüchtigen Zeitgeist, das trägt fast schon nostalgische Züge. Das Spektrum ihrer Songs reicht von der Blüte der Jugend bis zu den Todesanzeigen. Die Frage, warum die Pubertät so kurz ist, macht sich gut als Vorgeplänkel zur Schilderung ungezählter Liebschaften. Die schönste davon war mit Sicherheit eine Liebe in Sachsen: Rebegga. Nicht zu verachten war natürlich auch die säggs'sche Schantalle. Es folgten dann Friseusen und Masseusen, und daran änderte auch der Umstand nichts, dass der Mann einst angehender Priester war, im Gegenteil: "Ich war mit Therese dem Himmel so nah, wie ich es nie als Geistlicher war." Mit Frauen haben also die zwei Herren immer Glück - weil sie sich in die Damenwelt einfühlen können so wie einst Robert Redford in die Pferde. So etwas kommt immer gut an beim Publikum. Dass alle Zeilen sich reimen in einer Art sturer Versessenheit, spricht den alltagsmüden Geist an, der sich gern leicht unterhalten lässt, ohne den Rahmen des Gewohnten verlassen zu müssen. Wer einen Abend genießen möchte, der eine gewisse Gemütlichkeit und Vertrautheit ausstrahlt, wer sich also etwas Solides und Bewährtes wünscht und aufs große Brimborium verzichten kann, der ist bei den Melankomikern gerade richtig.
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