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Die Herr´n von der Tankstelle

Martin Stange, Reinhard M. Neumann und Peter Wieth

Mit nostalgischem Charme erwecken die Herr´n goldene Zeiten zum Leben, mit Liedern, die noch
heute zu den beliebtesten Ohrwürmern zählen. In Gesang, Tanz und Schauspiel präsentiert
der Palmengarten Ihnen Schlager und Hits aus alten UFA-Tonfilmen. Spieldauer ca. 3 x 30 Minuten
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Begonnen hat alles an der Komischen Oper Berlin. Dort begegneten sich die 3 jungen, enthusiastischen Tänzer, Sänger und Musiker erstmals. Nach Studien z.B. an der Stage-School of Music, Dance and Drama Hamburg und Mitwirkung in verschiedenen Tanzensembles, u.a. Friedrichstadtpalast Berlin und gesammelten Erfahrungen in Bereichen wie Volksmusik, Kreuzschifffahrt, Theater, Pantomime, Showtanz und Eisballett, trafen die Herr'n von der Tankstelle erneut zusammen, um sich endlich gemeinsam Ihrer größten Leidenschaft zu widmen und fortan mit nicht enden wollender Begeisterung die "guten, alten Schlager" auferstehen zu lassen.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Repertoire:

Ein Freund, ein guter Freund
1930 W. R. Heymann
Marschlied aus: "Die Drei von der Tankstelle"

Lieber, guter Herr Gerichtsvollzieher
1930 W. R. Heymann.

Jawoll, meine Herr'n
1937 H. Sommer
Foxtrot aus : "Der Mann, der Sherlock Holmes war"

Irgendwo auf der Welt
1931 W. R. Heymann
Slowfox aus : "Der blonde Traum"

Mein Gorilla hat ne' Villa im Zoo
1933 T: Fritz Rotter
M: Walter Jurmann/ Bronislaw Kaper

Hallo, du süße Frau
1930 W.R. Heymann
Foxtrot aus : "Die Drei von der Tankstelle"

Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n
1938 T. Mackeben
Slow-Fox aus: "Fünf Millionen suchen einen Erben"

Mein Mädel ist nur eine Verkäuferin
1930 R. Benatzky
Slow-Fox aus: "Meine Schwester und ich"

In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine
1943 F. Grothe
Chanson-Foxtrot aus: "Die Frau meiner Träume"
 

Mir geht´s gut
1940 W. Bochmann
Marschfoxtrot aus : "Lauter Liebe"

Veronika, der Lenz ist da
1930 Foxtrot

Mein kleiner grüner Kaktus
1934 Foxtrot (franz. Traditional)

Unter den Pinien von Argentinien
1932 L. Leux
Tango aus : "Truxa"

Junger Mann im Frühling
1940 W. Meisel
Foxtrot aus :
"Frauen sind doch bessere Diplomaten"

Ich wollt' ich wär ein Huhn
1936 P. Kreuder
Foxtrot aus : "Glückskinder"

Kann denn Liebe Sünde sein
1938 L. Brühne
Foxtrot aus : "Der Blaufuchs"

Ich tanze mit dir in den Himmel hinein
1937 F. Schröder
Langsamer Walzer aus : "Sieben Ohrfeigen"

Liebling, mein Herz läßt dich grüßen
1930 W. R. Heymann
Slowfox aus : "Die Drei von der Tankstelle"

 .....und viele andere wundervolle Schlager aus den alten UFA-Filmtagen...!

LVZ 27.03.2010
Charme, Stil und Männlichkeit

Die Herr'n von der Tankstelle mit ihrem Programm "Bitte sehr, bitte gleich" im Theater am Palmengarten

Es gibt Lieder, die sind nicht totzukriegen. Vom Schulkind bis zur Seniorin, beinahe jeder kennt die Evergreens wie "Ein Freund, ein guter Freund" aus den alten UFA-Schinken mit Heinz Rühmann und Gefolge. Viele Künstler haben sich bisher an Stücken wie "Hallo, du süße Frau" und "Mein kleiner grüner Kaktus" versucht, allen voran Max Raabe. Ist es da überhaupt noch mö

Unschwer zu erkennen, wer den kleinen Hans alias Heinz Rühmann verkörpert: Peter Wieth mit Martin Stange und Reinhard M. Neumann (von links).Foto: Wolfgang Zeyen

glich, ein potenzielles Publikum mit derlei Gassenhauern hinter dem Ofen hervorzulocken?
Für Martin Stange, Reinhard M. Neumann und Peter Wieth ist die Antwort eindeutig: Als "Die Herr'n von der Tankstelle" treten sie bei Bällen, 20er-Jahre-Shows und anderen Festivitäten auf, auch in das "Frühlingsfest der Volksmusik" mit Florian Silbereisen haben sie es schon geschafft - die personifizierte Schlager-Allzweckwaffe ist am Donnerstagabend nicht dabei.
Die drei Männer, allesamt erfahren in Tanz, Gesang und Schauspiel, brauchen schließlich keine prominente Unterstützung, um ihr Programm "Bitte sehr, bitte gleich!" im Leipziger Revue-Theater am Palmengarten vorzutragen. Mit wunderbar altmodischen, braun karierten Anzügen und mächtig blasiertem Gesichtsausdruck stimmt das Trio "Ich wollt', ich wär ein Huhn" an, animiert die Zuschauer zum gemeinschaftlichen "Pock-pock".
Anfangs sind die Gäste im nicht eben vollen Saal sehr zaghaft, schämen sich womöglich, wollen die Albernheiten nicht mitmachen. Martin Stange spaziert durchs Publikum, schafft mit frechen Anmerkungen wie "Sie müssen lernen, als Publikum zu funktionieren!" Stimmung. Und spätestens, als er bei "In der Bar zum Krokodil" einen improvisierten Bauchtanz hinlegt und verlangt, die Damen sollten raunen vor prickelnder Erotik, hat er die Zuhörer in der Hand.
Angenehm: Die drei verfügen über eine gesunde Portion Selbstironie, tragen die Hits nicht bierernst vor, bringen ihre ganz eigenen Versionen. Beim Tango "Donna Clara" sächselt es in den Strophen, den alten Grammophon-Sound ahmen die Sänger mit zugehaltener Nase nach.
Reinhard M. Neumann singt mit bedeutungsvoll hochgezogener Augenbraue in "Der Wind hat mir ein Lied erzählt" die Verse "die Hand hängt an der Lokustür, und eine Stimme ruft Papier." Ehrliches Lachen, viel Beifall. Peter Wieth, von eher kleiner Statur und mit runder Brille im Gesicht, ist da weniger rampensäuisch veranlagt, dafür umso charmanter: Hingebungsvoll schmachtet er in "Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n" diverse Damen an, geht vor ihnen auf die Knie, verteilt formvollendete Handküsse. Da klappt auch die Zusammenarbeit mit dem Publikum, das in "Veronika, der Lenz ist da" auf dem Stuhl herumhüpft, winkt und mitsingt. Als Zugabe bringen die Herren "Sag zum Abschied leise Servus". Ginge es nach den Zuschauern, würde man noch lange nicht Abschied nehmen. Maren Winterfeld